Daneben liegen.

Der 4.Stock scheint viel weiter oben zu sein.Es liegt bestimmt an den Temperaturen. Puh. Und noch eine Treppe. Selbst die Tür ist nicht, wo sie war. Ich stelle das gar nicht recht in Frage. Rechts oder links (normalerweise habe ich Mitte). Also links. Wie ich versuche, den Schlüssel ins Schloß zu stecken, wird mir kurz noch heißer, als mir eh schon ist. Falscher Stock! Ich bin bis in den 5. gestiegen. Hier gibt es nur den Opernsänger und den Speicher.

„Ja, bitte?“
Die Tür geht auf, erschrocken ziehe ich den Schlüssel zurück.
„Oh. Äh.“
„Ja?“
Er trägt keinen weißen Badenmantel. Er steht nicht auf einem Flokati. Er ist kleiner als gedacht.
„Falsche Tür.“
„Wo wollten Sie denn hin?“ Er lächelt.
Die Papiereinkaufstüte in meiner anderen Hand knistert. Ich muss den Käse weg tun!
„In den Kühlschrank.“ sage ich.
Der Opernsänger lacht.
„Da sind Sie bei mir unterm Dach aber ganz falsch.“
„Ja. Jaja. Ich wohne unten.“ sage ich, während ich mich schon drehe, um zu entkommen.
„Schönen Abend!“
„Äh…ja…danke.“

Meine Wohnungstür schließt sich sanft hinter mir. Zwanghaft schamgepeinigt wiederholt mein Gehirn die Begegnungsbilder, während ich roboterhaft die Einkäufe wegräume.
Nach einem großen Glas Eiswasser ist bestimmt alles gut.
Ich öffne den Kühlschrank. Auf dem Käse liegt ein Duschgel.
Ohne Zögern geh ich hinüber ins Bad. Die Salatgurke liegt neben dem Haarshampoo.

Über mir beginnt der Opernsänger zu singen .

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