Auf Regen

Ich schneide dich heraus.
Belasse dich in keinem Bild. Auf keinem Platz.
Ich lass nicht zu,
dass irgendwo ein Abdruck bleibt,
der mir ein Wir von gestern zeigt.
Ich schneide dich heraus.
Aus meiner Haut. Nichts näh ich. Tief
ist jeder Schnitt. Wo deine Hand
einmal Zeit für Berührung fand.
Ich schneide dich heraus aus mir.
Ein jedes Handtuch hat ein Loch.
Der Sessel steht zerstückt im Raum.
Ich kann durch meine Arme schaun.
Das Fleisch wächst wild. Dort wo du fehlst.
Dort schneid ich dich heraus.
Belasse dich in keinem Fleck. Ich lass kein Mal
und keinen Punkt,
der zeigt, dass du gewesen bist.
Was mir das Maß für Leben ist.
Ich schneid dich jetzt heraus.
Zerschneide meine Wirklichkeit. Zerschneide mich.
Nichts näh ich zu.

Dann warte ich.
Auf Regen.

(c)2018 strang

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